Ludwig Reichl

Zum Tode von LUDWIG REICHL
von Christel und Siegfried Widder
Eineinhalb Jahre nach seinem Tod fand die Landespilzausstellung der ThAM zum ersten Mal in Ilmenau, seiner Heimatregion statt. Ludwig Reichl wäre stolz gewesen und hätte die Veranstaltung mit ganzen Kräften unterstützt. Leider war ihm das nicht mehr vergönnt.
In den Wäldern Böhmens war der junge Ludwig zu Hause. Von seiner Großmutter lernte er alles, was in der Natur zu finden war. Dabei nahmen die Pilze bereits hier eine Sonderstellung ein. Ludwig Reichl wurde am 19. Mai 1940 geboren. Dies war eine besonders schwere Zeit. Es herrschte Krieg und die Hungersnot war groß. Der Wald war zu dieser Zeit für viele Menschen eine bereichernde Nahrungsquelle und die Kenntnis um die Wertigkeit der Pilze damit ungemein wichtig. So war das Interesse bei Ludwig Reichl früh geweckt. Es ließ ihn nicht mehr los. Nach dem Krieg verschlug es die Familie an den Rand des Thüringer Waldes. Holz, Beeren und Pilze halfen das Leben erträglicher zu gestalten.
Einem Lehrer, der Ludwig Reichl unterrichtete, blieb dessen Interesse an der Natur, speziell an Pilzen, nicht verborgen. Er wurde sein Mentor und förderte ihn. So wurde er bereits in jungen Jahren Pilzberater und übte diese Tätigkeit fast fünfzig Jahre erfolgreich aus. Dazu gehörte auch, dass er zahlreiche Wanderungen führte und in Ausstellungen Pilze den Menschen näher brachte und Aufklärungsarbeit über Essbarkeit und Giftigkeit leistete. Auch Lichtbildervorträge, besonders in den pilzarmen Zeiten, trugen zur Bereicherung und Wissenserweiterung bei der Bevölkerung bei. Unterstützung erhielt er immer von seiner Frau Christa. Zur Eröffnung einer Sonderschau im Naturkundemuseum Erfurt im August 2007 packte er kräftig bei der Zubereitung panierter Champignonköpfe mit an. Mit einem riesigen Enthusiasmus war er dabei. Selbst als seine Kraft für eigene Aktivitäten nicht mehr ausreichte, besuchte er noch alle Ausstellungen seiner Kollegen des Ilm-Kreises und der ThAM. Mit seinen fundierten Kenntnissen, seiner ruhigen, stets hilfsbereiten und sachlichen Art war er bei allen sehr beliebt.
Am 15. April 2015 verstarb er nach langer Krankheit.
Ratsuchende sowie Pilzberaterkollegen aus dem Ilm-Kreis sind sich einig: „Ludwig, du fehlst uns“.

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