Peter Wolf

In memoriam Peter Wolf (1945-2016)
Die Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie und die Pilzberatergemeinschaft des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt beklagen einen schweren Verlust. Nach langer Krankheit, die er stets tapfer und klaglos ertrug, verstarb unser verehrter Pilzberaterkollege und Freund Peter Wolf aus Piesau am 08.10.2016. Wir verlieren mit ihm einen ganz besonderen Menschen, vor dessen Lebensleistung wir uns tief verneigen. Sein großes mykologisches Wissen, das weit über Pilzberaterkenntnisse hinausreichte, seine starke Naturverbundenheit, die Liebe zu seiner Heimat und zum Thüringer Wald, seine uneigennützige Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit, seine Zuverlässigkeit und nicht zuletzt seine Bodenständigkeit und sein ausgeglichenes, freundliches und vor allem humorvolles Wesen haben ihm nicht nur in unseren Reihen zu einem hohen Ansehen verholfen. Peter gehörte, nachdem er 1987 noch im damaligen Kreis Neuhaus die Pilzberaterprüfung abgelegt hatte, seit Beginn der 90er Jahre zu unserer Saalfelder Pilzberatergruppe, die über diesen Zuwachs von der „Höhe“ sehr erfreut war. Nie fehlte er bei unseren Zusammenkünften und Pilzausstellungen, auch wenn der Weg oft beschwerlich war, den er mit seinem Moped bei Wind und Wetter unternahm, und immer hat er unsere Arbeit mit seinem Wissen bereichert. Er hatte sich seine Kenntnisse autodidaktisch angeeignet und sich über die Jahre eine umfangreiche mykologische Bibliothek zugelegt, und als bekennender Mykophag eine ebenso bemerkenswerte Sammlung von Pilzkochbüchern. Jeder andere Luxus war ihm abhold, und auch diese Bescheidenheit nötigte vielen Menschen in seiner Umgebung Respekt ab.
Am meisten jedoch beeindruckte sein pilzkundliches Wissen, da er auch die botanischen Namen vieler Arten beherrschte, wodurch er keine Berührungsängste vor Experten und universitären Mykologen kannte. Auf ihn, der auch bei ThAM-Tagungen immer gern sein Wissen und seine Meinung kundtat, traf wohl die bekannte Aussage des Volksmundes genau zu, die besagt, dass jemand „weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen ist“.
Die Mitarbeiter des bekannten Morassina-Schaubergwerks in Schmiedefeld sind Peter ebenfalls für seine Unterstützung und Kooperation sehr dankbar. Neben seinem fundierten geologischen Interesse erforschte er über Jahre hinweg akribisch die Pilzflora untertage, wobei ihm u.a. der Nachweis des interessanten insektenpathogenen Schimmelpilzes Paecilomyces farinosus (neues Binomen Isaria fumosorosea) gelang. Aufgrund solcher speziellen Funde war Peter in unseren Reihen natürlich besonders anerkannt. Weiterhin besaß er auch sehr gute botanische Kenntnisse, speziell über Orchideen und Heilpflanzen, was ihm u.a. bei seiner Zusammenarbeit mit dem Kräuter- und Olitätenmuseum Schmiedefeld zugute kam.
Was unserem Peter gerade in seinen letzten Lebensjahren, als seine Kraft spürbar nachließ, am meisten am Herzen lag, war die Erhaltung und Weiterführung der Pilzaufklärung und –beratung in seiner Heimatregion, die er gewissermaßen als sein Vermächtnis ansah und wofür er sich unermüdlich einsetzte. Es war wohl seine größte Freude, als er noch erleben durfte, dass sein Bemühen Früchte trug und sein „Lehrling“, wie er ihn väterlich-kameradschaftlich nannte, durch seine gezielte Förderung erfolgreich seine Nachfolge antreten konnte. Wie gut können wir unseren neuen jungen Pilzberaterkollegen Sven Heinz verstehen, wenn er mit warmen Worten seine Dankbarkeit und seinen Stolz ausdrückt, dass er diesen Wunsch seines „Lehrmeisters“ und Freundes erfüllen konnte.
Wir werden unserem Pilzfreund Peter Wolf immer ein ehrendes Andenken bewahren.

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